
Der Gedenktag Unserer Lieben Frau von Loreto, der von Papst Franziskus im Jahre 2019 auf die gesamte lateinische Kirche ausgedehnt wurde, erinnert an die Übertragung des Hauses Marias beziehungsweise der Heiligen Familie, welches sie in Nazareth bewohnte, in die Stadt Loreto in Italien, wohin es der Überlieferung nach in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 1294 von Engeln gebracht wurde, auch wenn prosaischere Zeitgenossen annehmen, es sei die byzantinische Familie der Angeloi (angelos/ἄγγελος, Plural angeloi/ἄγγελοι, ist das griechische Wort für „Engel“) gewesen, die das heilige Haus vor den islamischen Invasoren im Heiligen Land in Sicherheit brachte und es Stein für Stein auf ein Schiff verladen und in Loreto wieder aufbauen ließ. Dabei wäre allerdings erstaunlich, daß dieser Aufbau buchstäblich über Nacht geschehen sein sollte und in Loreto, wie archäologische Untersuchungen gezeigt haben, auch keinerlei Fundament für das Haus gelegt wurde, sondern dieses mitten auf einer Straße, von der zuvor noch nicht einmal das Unkraut entfernt, sondern einfach mit überbaut wurde, wiedererrichtet wurde.
Jedenfalls wurde aus dem Tagesgebet, welches im Birgittinischen Brevier noch in der Auflage von 1908 mit den Worten
„Deus, qui Beatae Mariae Virginis Domum per Incarnati Verbi mysterium misericorditer consecrasti, eamque in sinu Ecclesiae tuae mirabiliter collocasti: concede; ut, segregati a tabernaculis peccatorum, digni efficiamur habitatores Domus sanctae tuae.“
also
„Gott, der du das Haus der Seligen Jungfrau Maria durch das Geheimnis des inkarnierten Wortes barmherzig geheiligt und es wunderbar im Schoß deiner Kirche plaziert hast: gewähre, daß wir, abgesondert von den Zelten der Sünder, zu würdigen Bewohner deines heiligen Hauses gemacht werden.“
auf die wunderbaren Umstände, unter denen das Heilige Haus nach dem Verlust des Heiligen Landes wieder in den Besitz der Kirche kam, verwies, jeder Hinweis auf diese Umstände getilgt, so daß es jetzt nur noch lautet:
„Deus, qui promissa Patribus adimplens beatam Virginem Mariam elegisti, ut Mater fieret Salvatoris, concede nobis illius exempla sectari, cuius humilitas tibi placuit, et obodientia nobis profuit.“
also
„Gott, der du, die Verheißungen an die Väter erfüllend, die selige Jungfrau Maria erwählt hast, daß sie die Mutter des Erlösers werde, gewähre uns, den Beispielen jener [Jungfrau] zu folgen, deren Demut dir gefallen und deren Gehorsam uns genutzt hat.“
Beide Fassungen weisen jedoch darauf hin, was dieses Haus so besonders macht: Es war der Ort, an dem das Wort Gottes Fleisch wurde, der Ort, an dem Gott erstmals leibhaftig auf diese Erde kam, und wenn schon der Ort, an dem er sich dem Mose nur geistig in einem brennenden Dornbusch zeigte, so heilig war, daß Mose dort die Schuhe ausziehen sollte (Exodus 3,5), dann ist dieses Haus, in dem er auch nach seiner Geburt in Bethlehem und der anschließenden Flucht nach Ägypten für fast drei Jahrzehnte lebte, natürlich erst recht heilig.

Man könnte hier noch viele schöne Überlegungen zum fleischgewordenen Wort Gottes, das unter uns gewohnt hat (Johannes 1,14) zur Wohnung Gottes unter den Menschen (Offenbarung 21,3), zur Weisheit, die sich ihr Haus gebaut hat (Sprichwörter 9,1), oder dazu, daß es besser ist, im Haus Gottes an der Schwelle zu stehen, als in den Zelten der Frevler wohnen (Psalm 84,11), anstellen, aber da es kaum Lieder speziell zu diesem Gedenktag gibt und sich aufgrund seiner Verbindung zum Geheimnis der Menschwerdung und seiner Lage in der Adventszeit die Lieder zum Fest Mariä Verkündigung für die Feier dieses Tages anbieten, wollen wir diesen Tag, an dem sich genau heuer, im Jahre 2025, die Erscheinung Unserer Lieben Frau von Fatima vor Lucia dos Santos in Pontevedra, in der sie um die Verbreitung der Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen bat, zum hundertsten Male jährt, nutzen, um Maria, zu deren Lob man nach dem geflügelten Wort „De Maria numquam satis“ ohnehin nie genug sagen kann, mit einigen Liedern zur Lauretanischen Litanei, die nach dem Wallfahrtsort Loreto benannt ist und einige ihrer schönsten Ehrentitel entfällt, zu preisen.
Lauretanische Litanei – Den ew’gen Vater preiset
Lauretanische Litanei – Gott Vater, wie auch Gott der Sohn
Lauretanische Litanei – O Gott Vater, dich erbarme
Lauretanische Litanei – O Herr, erbarm‘ dich unser
Lauretanische Litanei – O Vater, hoch im Himmelsthron
Lauretanische Litanei – Vater auf des Himmels Thron
Lauretanische Litanei – Vater ewig ungeboren
Lauretanische Litanei – Vater hoch im Himmelsthron
Auch einige andere Lieder rufen Maria mit einer ganzen Reihe ihrer Ehrentitel an:
marianische Ehrentitel – Du hehre Frau, der keine gleich
marianische Ehrentitel – O du Eine, o du Reine
marianische Ehrentitel – Weltwonne, Jesus und Maria
Wieder andere betrachten vor allem einen der aus der Lauretanischen Litanei bekannten Ehrentitel
Rosa Mystica – Du geheimnisvolle Rose, deren Duft die Welt erfüllt
Rosa Mystica – Du geheimnisvolle Rose, mit der Ehrfurcht heil’gem Beben
Rosa Mystica – Es blüht, den Engeln wohlbekannt
Rosa Mystica – Rose du, geheimnisvolle
Rosa Mystica – Uns geschenket, uns erblühet
Arche des Neuen Bundes – Liebe Christen, euch erfreuet
Heil der Kranken – Mit Sehnsucht will ich rufen
Heil der Kranken – O Maria, Heil der Kranken
Zuflucht der Sünder – Gott, der hieß die Wasserhaufen
Zuflucht der Sünder – Maria, o du Reine
Zuflucht der Sünder – O Maria, Mutter Gottes
Zuflucht der Sünder – O Zuflucht aller Sünder
Zuflucht der Sünder – Sieh uns, die wir freudenreich
Zuflucht der Sünder – Wehmut drücket uns darnieder
Trösterin der Betrübten – Maria, allzeit mein Trost
Trösterin der Betrübten – Maria, Jungfrau rein, mein Trösterin