9. Methode: Datschi mit Joghurtrührteig
Bei den bisherigen Versuchen hatten wir, um eine echte Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu erzielen, immer die selbe Sorte Kirschpflaumen von ein und dem selben Strauch (mit der einzigen Ausnahme der zweieinhalb roten Kirschpflaumen zur Verzierung unseres Käsekuchens) verwendet. Jetzt wollten wir wissen, ob bei unterschiedlichen Sorten das Säureproblem vielleicht unterschiedlich stark auftritt. Für diesen Versuch nahmen wir unsere bisherige gelbe Sorte, eine rote Sorte, eine gelbe mit kleinen länglichen Früchten und kleinen roten Sprenkeln sowie eine hellgelbe mit großen runden Früchten. Damit belegten wir einen Joghurt-Rührteig für Zwetschgendatschi aus folgenden Zutaten:
250 g Butter
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
5 g gemahlenen Zimt
1 Prise Salz
4 Eier
150 g Joghurt
50 g Milch
400 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
Zuerst werden Butter, der gesamte Zucker, der Zimt und das Salz gut miteinander verrührt, bis eine cremige Masse entsteht, dann die Eier, der Joghurt und die Milch hineingerührt und zum Schluß das Mehl und das Backpulver, da letzteres, wie bereits erwähnt, seine chemische Reaktion entfaltet, sobald es mit Flüssigkeit in Berührung kommt. Die Masse wird dann gleichmäßig auf ein Backblech verteilt und mit den entsteinten Kirschpflaumen belegt.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, haben wir bei einem Teil des Teiges die Kirschpflaumenhälften nicht nur obendrauf gelegt, sondern über die Pflaumenhälften nochmals ein wenig Teig gestrichen, sodaß die Früchte komplett vom Teig umhüllt waren. Die Backzeit beträgt 35 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze.
Tatsächlich zeigte sich beim Verkosten, daß die kleinen gelben Kirschpflaumen am wenigsten sauer waren, was gegebenenfalls seine direkte Ursache in der geringen Größe haben könnte, da säurehaltiger Saft auch aus der Mitte der Frucht hier einen kürzeren Weg bis zum umgebenden Teig hat als bei größeren Früchten. Insgesamt hat dieser Joghurtteig allerdings bei allen verwendeten Pflaumensorten die Säure recht gut aufgefangen, wobei diese Wirkung wie bereits bei den vergangenen Versuchen am Tag nach dem Backen deutlich stärker war. Besonders saftig wurde der Teil des Kuchens, bei dem die Früchte komplett vom Teig umschlossen waren. Wenn man nicht wegen der Optik die offen daliegenden Pflaumen bevorzugt, wäre das somit die empfehlenswertere Variante. Die etwas langweilige Oberfläche kann man ja mit Zuckerguß, den man gegebenenfalls auch mit ein wenig Saft von roten Kirschpflaumen anrühren und somit schön einfärben könnte, Sahnehäubchen, Schokoladenstreuseln, Buttercreme, Hagelzucker oder was auch immer man möchte, verzieren.
10. Methode: Eiscreme mit Kirschpflaumenstücken
Da die im Stück eingefrorenen Kirschpflaumenhälften nach dem Auftauen eher eine Enttäuschung waren, haben wir versucht, die Kirschpflaumen zu Speiseeis zu verarbeiten, sodass das auftauen vor dem Verzehr entfällt. Wir haben dafür folgendes Rezept verwendet:
400 g Kirschpflaumen (als ganze Frucht gewogen, nach dem Entsteinen ergab sich ein Gewicht von 363 g, wofür bei der von uns verwendeten Sorte 38 Kirschpflaumen ausreichten) zwar reif, aber noch so fest, daß man sie gut schneiden kann, ohne sie zu zermatschen
140 g Zucker
300 g Sahne
200 g Milch
4 Eigelb
1 Päckchen Vanillinzucker
1 Prise Salz
Zuerst haben wir die Kirschpflaumen entsteint und dabei jede Pflaumenhälfte durch einen Längs- und zwei Querschnitte in sechs Stückchen zerteilt und die Stücke in einer Schüssel mit 60 g Zucker gut vermischt und für eine halbe Stunde den Kühlschrank gestellt, damit reichlich Saft austreten kann, der dem Eis später seinen Geschmack verleihen soll. Dann haben wir in einer weiteren Schüssel die vier Eigelb mit dem Päckchen Vanillinzucker, der Prise Salz und 80 g Rübenzucker schaumig geschlagen und danach die Sahne und die Milch hinzugefügt und alles nochmals kräftig durchgeschlagen. Anschließend haben wir alles in einen Kochtopf gegeben und unter unablässigem Rühren für mehrere Minuten auf über 80° erhitzt, um eventuelle Salmonellen abzutöten, dabei aber zu verhindern, daß das Eigelb stockt. Um das Abkühlen, während dem weiter gerührt werden muß, zu beschleunigen, kann man dem Topf danach in ein Becken mit kaltem Wasser stellen. Sobald die Masse noch etwa handwarm war, haben wir die Pflaumenstückchen und den gesamten aus ihnen ausgetretenen Saft vorsichtig untergehoben und alles zunächst in den Kühlschrank, danach in den Gefrierschrank gestellt, um die Eismaschine nicht zu überfordern, denn aufgrund des hohen Fettgehaltes bleibt die Creme auch bei minus 3 Grad noch flüssig. Erst zum endgültigen Gefrieren haben wir sie in die Eismaschine gefüllt.

Die Eiscreme hat gegenüber den rohen Früchten an Säure zugenommen, schmeckt aber trotzdem noch relativ mild. Allerdings sind die Fruchtstückchen zu Wassereis gefroren, haben also nicht den angenehmen Schmelz des Sahneeises. In künftigen Versuchen wollen wir es daher mit pürierten Früchten probieren.
11. Methode: Mandelmakronen mit Kirschpflaumen
Da von der Eiszubereitung vier Eiweiße übrigblieben, für die wir eine Verwendung finden wollten, haben wir damit experimentiert, ob sich die Kirschpflaumen auch in Makronen verarbeiten lassen.
Die Zutatenliste ist mit
4 Eiweiß
1 Prise Salz
100 g Zucker (idealerweise nimmt man Puderzucker, der sich nicht erst groß auflösen muß, sondern sich sofort gut mit dem Eiweiß verbindet, wobei wir es auch mit normalem Kristallzucker gut hinbekommen haben)
260 g gemahlene Mandeln (250 g sollten auch reichen, aber wir hatten einfach noch einen Rest von 60 g in einem Päckchen übrig)
sehr überschaubar. Wir haben zunächst die Eiweiße mit einer Prise Salz sehr steif geschlagen, dann den Zucker hineingerührt und schließlich die Mandeln ebenfalls zügig untergerührt. Danach haben wir mit zwei Teelöffeln die Makronen geformt, indem wir zunächst auf den einen Teelöffel eine kleine Menge der Masse nahmen, eine Kirschpflaumenhälfte darauf setzten und mit dem zweiten Löffel eine komplette Abdeckung über die Kirschpflaume modellierten.


Sinnvollerweise wird hierfür eine Pflaumensorte gewählt, die etwas kleiner ist als der verwendete Teelöffel, so daß noch ein Rand bleibt, von dem aus man den Makronenmantel um die Pflaumen herum bilden kann. Wir haben die Makronen auf ein Backblech gesetzt, wobei die Abstände nicht allzu groß sein müssen, da die Makronen ihre Form gut behalten, und danach bei 160° Ober-/Unterhitze für 15 Minuten gebacken. Dabei ist es, egal, wie sorgfältig man die Kirschpflaumenhälften in die Makronenmasse eingehüllt, unvermeidlich, daß Saft ausläuft, der auf dem heißen Backblech karamelisiert, aber auch verbrennen kann, wenn es zu heiß und vor allem, wenn es zu trocken wird. Daher sollte man unbedingt der Versuchung widerstehen, die Ofenklappe während des Backens zu öffnen, um etwa eine Stäbchenprobe zu machen, da dabei der Dampf entweicht, so daß der Saft rasch eintrocknet und fast schlagartig schwarz wird. Man kann an der Farbe recht gut erkennen, wann die Makronen fertig sind, nämlich dann, wenn die Makronen selbst an ihren exponierten Stellen anfangen, braun zu werden, bzw. wenn der ausgetretene Saft an den Rändern der Pfützen, die er ringsum die Makronen bildet, dunkel wird. Dann nimmt man das Blech aus dem Ofen und zieht das Backpapier samt den Makronen schnell auf einen kalten Untergrund, damit sie vom heißen Blech wegkommen und die Karamelschicht nicht doch noch schwarz wird, und sobald die Makronen nach einigen Sekunden soweit abgekühlt sind, daß man sie anfassen kann, kann man sie umdrehen, um die Unterseite ein wenig ausdampfen zu lassen.

Unsere Makronen wurden sehr weich und saftig und fingen die Fruchtsäure sehr gut auf. Aufgrund des Fruchtanteils sind sie allerdings vermutlich nicht sehr lange haltbar, sollten also innerhalb weniger Tage aufgegessen oder eingefroren werden, statt sie wie Weihnachtsplätzchen über mehrere Wochen zu lagern.
































