Verlässlichkeit und Opferbereitschaft

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Das kontemplative monastische Leben, das großenteils weibliche Züge trägt, hat sich in der Stille des Klosters verwurzelt und kostbare Früchte der Gnade und der Barmherzigkeit hervorgebracht. Das kontemplative Leben in Frauenorden ist in der Kirche und für die Kirche stets die betende Mitte gewesen, ein Hort der Unentgeltlichkeit und reicher apostolischer Fruchtbarkeit, und es war ein sichtbares Zeugnis geheimnisvoller und mannigfaltiger Heiligkeit.

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Erfahrung dieser Schwestern, die auf den Herrn als die erste und einzige Liebe (vgl. Hos 2,21-25) ausgerichtet war, eine Fülle an Früchten der Heiligkeit und der Mission hervorgebracht. Wieviel apostolische Wirkkraft wird von den Klöstern ausgestrahlt durch das Gebet und das Opfer! Wieviel Freude und Prophetie ruft das Schweigen der Klöster der Welt zu! Für die Früchte an Heiligkeit und Gnade, die der Herr von jeher durch das Klosterleben der Frauen hervorgerufen hat, lassen wir zum „höchsten, allmächtigen und guten Herrn“ unseren Dankeshymnus aufsteigen: » Laudato si’ «.

Liebe kontemplative Schwestern, was würde ohne euch aus der Kirche und aus all denen, die in den Randgebieten der Menschheit leben und an den Vorposten der Evangelisierung arbeiten? Die Kirche weiß euer Leben der Ganzhingabe sehr zu schätzen. Die Kirche verlässt sich auf euer Gebet und auf euer Opfer, um den Menschen unserer Zeit die frohe Botschaft des Evangeliums zu bringen. Die Kirche braucht euch!

(Papst Franziskus, VULTUM DEI QUAERERE, Auszug, Rom, 29. Juni 2016)

Den gesamten Textlaut VULTUM DEI QUAERERE über das kontemplative Leben in Frauenorden finden Sie unter diesem Link.

Paulus für Jung und Alt

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Kulturtipps (I) – Alois Prinz: „Der erste Christ“

Dem Schriftsteller und Jugendbuchautor Alois Prinz gelang 2007 ein großer Wurf. Die Lebensgeschichte des Apostel Paulus unter dem Titel „Der erste Christ“ wendet sich generationsübergreifend an alle Menschen. Vor uns breitet sich ein buntes und spannendes Panorama von Abenteuerroman bis Christenlehre aus. Nie wird es uns dabei mit Paulus langweilig. Wer mit wachem Verstand und offenem Herzen liest, wird sich dem spannenden Lebens- und Erkenntnisweg des Schöpfers der christlichen Theologie nicht entziehen können, egal ob Jüngling oder Greis. Der Autor Prinz stellt den Apostel Paulus ganz lebendig auf die Seiten, zeigt unprätentiös den leidenschaftlichen Prediger und religiösen Visionär. Der Mensch Paulus scheint uns plötzlich wieder ganz aktuell, zum Greifen nah. Wie der einstige Christenverfolger zum charismatischen Verbreiter des Christentums wurde und aus Schwäche seine Stärke bezog, zeigt uns der Autor in einer einfachen und sehr verständlichen Sprache. Ein wunderbares Zeit- und Menschenpanorama öffnet sich vor unserem geistigen Auge. Die Tage werden kürzer, die Leseabende länger, das kommende Weihnachtsfest sucht nach Geschenken. Hier liegt ein kleines Meisterwerk vor, welches direkt vom Gabentisch die ganze Familie in trostvollem Zusammenhalt bereichern kann.

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Große Gefahr

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„In Deutschland haben wir diesen etablierten und hochbezahlten Katholizismus, vielfach mit angestellten Katholiken, die dann der Kirche in einer Gewerkschaftsmentalität gegenübertreten. Kirche ist für sie nur der Arbeitgeber, gegen den man kritisch steht. Sie kommen nicht aus einer Dynamik des Glaubens, sondern sind eben in so einer Position. Das ist, glaube ich, die große Gefahr der Kirche in Deutschland, dass sie so viele bezahlte Mitarbeiter hat und dadurch ein Überhang an ungeistlicher Bürokratie da ist. Die Italiener können sich so viele bezahlte Leute gar nicht leisten, die Mitarbeit basiert großteils auf Freiwilligkeit. So baut zum Beispiel das regelmäßige große Katholikentreffen in Rimini vollkommen auf Überzeugung auf. Alles was geschehen muss, damit diese Hallen ausgebaut werden und technisch alles funktioniert, wird von Freiwilligen gemacht, unbezahlt. Das ist eine andere Situation.“

(Benedikt XVI, „Letzte Gespräche“, Auszug, Verlag Droemer, 2016)

 

„Neue Formen und Initiativen“

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„Die Kirche hat eine ganz bestimmte Mission, einen ganz bestimmten Auftrag: die Lehre Christi zu verkünden, die Taufe zu spenden, also die Sakramente zu feiern und somit eben auch durch den apostolischen Dienst die Gottesbeziehung auf diese sakramentale Ebene hin zu führen. Aber darüber hinaus ist ja die Kirche auch der Leib Christi, das Volk Gottes, jeweils lebend in der Zeit. Und deshalb gibt es auch neue Formen, Methoden, Arten, wie der Glaube verkündet und gelebt wird, über diese Grunddienste der Kirche ‚Bekenntnis, Liturgie und Diakonie‘ hinaus. Von der ‚Diakonie‘ wissen wir, dass es darum geht, die Liebe Christi den Armen, Bedürftigen, Notleidenden zuzuwenden. Aber das bedarf immer neuer Initiativen.“

(Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, Radio Vatikan, 14. Juni 2016)

„Christliche Werte“

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„Wir müssen uns unserer christlichen Werte wieder bewusster werden. Respekt und Toleranz gegenüber anderen Religionen gehören genauso selbstverständlich dazu wie das klare Bekenntnis zu unseren christlichen Traditionen. Ob Martinsumzug oder christliche Feiertage.“

(CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt in der Welt vom 19.01.2015)

„Pastorale Neuausrichtung“

Auszug aus der Ansprache von Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe anlässlich ihres Ad Limina-Besuches im Vatikan vom 21. November 2015:

(…) Das Gebot der Stunde ist die pastorale Neuausrichtung, also „dafür zu sorgen, dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden, dass die gewöhnliche Seelsorge in all ihren Bereichen expansiver und offener ist, dass sie die in der Seelsorge Tätigen in eine ständige Haltung des ‚Aufbruchs‘ versetzt und so die positive Antwort all derer begünstigt, denen Jesus seine Freundschaft anbietet“ (vgl. Evangelii gaudium, 27). Sicher, die Rahmenbedingungen sind dafür in der heutigen Gesellschaft nicht unbedingt günstig. Es herrscht eine gewisse Weltlichkeit vor. Die Weltlichkeit verformt die Seelen, sie erstickt das Bewusstsein für die Wirklichkeit. Ein verweltlichter Mensch lebt in einer Welt, die er selbst geschaffen hat. Er umgibt sich gleichsam mit abgedunkelten Scheiben, um nicht nach außen zu sehen. Es ist schwer, solche Menschen zu erreichen. Auf der anderen Seite sagt uns unser Glaube, dass Gott der immer zuerst Handelnde ist. Diese Gewissheit führt uns zunächst ins Gebet. Wir beten für alle Männer und Frauen in unserer Stadt, in unserer Diözese, und wir beten auch für uns selbst, dass Gott einen Lichtstrahl seiner Liebe schicke und durch die abgedunkelten Scheiben hindurch die Herzen anrühre, damit sie seine Botschaft verstehen. Wir müssen bei den Menschen sein mit der Glut derer, die als erste das Evangelium in sich aufgenommen haben. Und „jedes Mal, wenn wir versuchen, zur Quelle zurückzukehren und die ursprüngliche Frische des Evangeliums wiederzugewinnen, tauchen neue Wege, kreative Methoden, andere Ausdrucksformen, aussagekräftigere Zeichen und Worte reich an neuer Bedeutung für die Welt von heute auf. In der Tat, jedes echte missionarische Handeln ist immer ‚neu‘“ (vgl. Evangelii gaudium, 11). Auf diese Weise können sich alternative Wege und Formen von Katechese ergeben, die den jungen Menschen und den Familien helfen, den allgemeinen Glauben der Kirche authentisch und froh wiederzuentdecken. (…)

„Nachhaltig leben“

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Nachhaltig leben hat nicht nur mit der Umwelt zu tun, sondern schließt alle Aspekte des Zusammenlebens ein. Dabei geht es in erster Linie nicht um politische Konzepte oder technische Lösungen, sondern um eine Haltung der Achtung und der Behutsamkeit dem Leben gegenüber, eine Haltung des freiwilligen Verzichts, des gerne gegebenen Opfers.

(Kardinal Dr. Christoph Schönborn, Frühstück bei der Österreichischen Hagelversicherung in Wien, 11. Mai 2016)