Lieder zum Fest Mariä Heimsuchung

Im deutschen Sprachraum feiern wir heute das Fest Mariä Heimsuchung. Während es im Generalkalender im Rahmen der Liturgiereform auf den 31. Mai verlegt wurde, um besser in die Chronologie der geschichtlichen Ereignisse zu passen (nach der Verkündigung des Herrn am 25. März, aber vor der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni), wird es bei uns somit am ursprünglichen Termin begangen, der als Tag nach der (allerdings bereits zuvor bei einer vorangegangenen Kalenderreform abgeschafften) Oktav Johannes des Täufers besonders auch die Verbindung mit diesem Heiligen zum Ausdruck bringt. Im Unterschied zu Mariä Lichtmeß und Mariä Verkündigung, die mittlerweile als Herrenfeste gefeiert werden, ist das Fest der Heimsuchung (womit, anders als im heutigen Alltagssprachgebrauch, wo dieser Begriff fast nur noch als Euphemismus für „Plage“ verwendet wird, etwa, wenn man sagt, jemand werde von Alpträumen oder von Schmerzattacken heimgesucht, ganz neutral und ohne negative Wertung der Sachverhalt angesprochen wird, daß Maria ihre Verwandte Elisabeth bei dieser daheim besucht hat) weiterhin ein Marienfest. Dennoch hat es mindestens so sehr wie diese beiden Feste einen starken Bezug zu Jesus Christus und darüber hinaus zu Johannes dem Täufer und zum Heiligen Geist.

Es wird nämlich gefeiert, daß Johannes der Täufer, wie es der Engel dessen Vater Zacharias bereits vor der Empfängnis vorhergesagt hatte (Lukas 1,15), schon im Mutterleib vom Heiligen Geist erfüllt wurde. Das geschah nach allgemeiner Überzeugung in dem Augenblick, als Johannes beim Gruß Marias vor Freude aufhüpfte. Dabei wird vom heiligen Bernhard von Clairvaux und ihm folgend von der weitverbreiteten Legenda aurea angenommen, daß Johannes in diesem Augenblick auch in den Stand der heiligmachenden Gnade versetzt, also von der Erbsünde befreit wurde. Das Fest der Heimsuchung ist für ihn somit in gewisser Weise eine Entsprechung zum Fest der unbefleckten Empfängnis für Maria, denn wie Maria als Vorerlöste vor der Erbsünde bewahrt wurde, so wurde Johannes zu einem sehr frühen Zeitpunkt, nämlich noch vor der Geburt, von ihr befreit.

Der Heilige Geist wirkt aber auch in Elisabeth. Er erfüllt sie und inspiriert sie zu den Worten, die zusammen mit den Worten des Erzengels Gabriel bei der Verkündigung an Maria den ersten Teil des Ave Maria bilden: „Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes“. Wir haben somit hier den Beginn der Marienverehrung unter den Menschen vor uns, nachdem die Engel die Mutter Gottes schon zuvor verehrt hatten. Elisabeth preist Maria und erkennt sie als die Mutter ihres Herrn an. Sie fügt auch gleich eine weitere Seligpreisung an: „Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Maria wird uns so als Mutter der Glaubenden vor Augen gestellt, die, auch wenn sie in ihrer Stellung als Muttergottes einzigartig ist und sich in dieser Hinsicht wesensmäßig von uns unterscheidet, in ihrem Glauben und Gottvertrauen für uns alle Vorbild sein soll, auch wenn wir graduell nicht an sie heranreichen, denn die Seligpreisung aus dem Mund ihres eigenen Sohnes, die wir bereits bei den Liedern zur Maiandacht zitiert haben, „Ja, selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“, gilt natürlich auch uns, wenn wir dem Wort Gottes Glauben schenken und in unserem Leben entsprechend handeln.

Maria antwortet auf diese Seligpreisung mit dem Magnifikat, in welchem sie ihrerseits Gott lobpreist und sein Gnadenhandeln an ihr als die Ursache ihrer, wie sie zutreffend prophezeit, von nun an durch alle Geschlechter fortdauernden Seligpreisung benennt: Weil er Großes an ihr getan hat, wird sie von den Menschen gepriesen. Alle Marienverehrung ist angesichts dieses Zusammenhangs immer auch ein Ehrenerweis an Gott als den Urheber dessen, was wir an Maria preisen. Da das heutige Fest also sozusagen die Geburtsstunde des Magnifikat ist, welches als tägliches Canticum in der Vesper einen zentralen Platz im Stundengebet einnimmt, fügen wir der Liste der von uns gesammelten Heimsuchungslieder auch einige deutsche Fassungen bzw. Bearbeitungen des Magnifikat an:

Heimsuchung – Als Maria hat empfangen (Engelsharfe)

Heimsuchung – Als Maria hat empfangen (Muttergottesrosen)

Heimsuchung – Auserles’ne Engelscharen

Heimsuchung – Da sich Maria schwanger fand

Heimsuchung – Der Engel schied wieder hindann

Heimsuchung – Die Kinder treten insgemein

Heimsuchung – Du eilest hin aus Nazareth

Heimsuchung – Elisabeth zu grüßen

Heimsuchung – Gar Großes hat der Herr getan

Heimsuchung – Holde Winde, haucht gelinde

Heimsuchung – Ihr Engel, kommet und bereitet

Heimsuchung – Ihr Engel, naht euch und bereitet

Heimsuchung – Im Gebirg‘ auf rauhem Pfade

Heimsuchung – Leise Winde hauchen linde

Heimsuchung – Leise Winde, hauchet linde (Elsaß I)

Heimsuchung – Leise Winde, hauchet linde (Elsaß II)

Heimsuchung – Maria ging hinaus in Zachariä Haus

Heimsuchung – Maria ging hinaus zu Zachariä Haus

Heimsuchung – Maria ging hinaus zu Zacharias Haus

Heimsuchung – Maria ging übers Gebirge

Heimsuchung – Maria ging von Haus

Heimsuchung – Maria stand voll Freuden auf

Heimsuchung – Maria trug Verlangen

Heimsuchung – Maria war beklommen

Heimsuchung – Maria, groß durch Mutterwürde

Heimsuchung – Mutter Jesu, voll der Gnade

Heimsuchung – O Maid aus Israel

Heimsuchung – O Maria, auserkoren und von Gott geliebt so sehr

Heimsuchung – O Maria, wohin eilest

Heimsuchung – O neiget euch bei jedem Schritt

Heimsuchung – Seitdem des Engels Gruß erscholl

Heimsuchung – Voll frommer Regung geht sie aus

Heimsuchung – Von Hebron tönt’s Magnifikat!

Heimsuchung – Wie bist du dort hingekommen

Heimsuchung – Wo eilst du hin, was hast du vor

Heimsuchung – Wo reißt dich heut‘ dein Eifer hin

Heimsuchung – Wohin auf heil’ger Liebe Flügel

Heimsuchung – Wohin reißt die Begeist’rung dich

Heimsuchung – Zu Gottes und Mariä Ehr‘

Heimsuchung – Zu Gottes und Mariä Preis

Magnifikat – Auf mein Geist, um zu besingen

Magnifikat – Den Herrn macht meine Seele groß

Magnifikat – Der Engel zu Maria brachte

Magnifikat – Der Herr ist groß, ihn preiset

Magnifikat – Gott, den Ewigen, erhebet

Magnifikat – Groß ist der Herr, ich fühle

Magnifikat – Lobpreise deinen Herrn, mein Geist

Magnifikat – Magnificat, magnificat

Magnifikat – Mein Seel groß den Herren macht

Magnifikat – Mein Seel macht groß den Herren

Magnifikat – Meine Seel‘ erhebt den Herrn

Magnifikat – Meine Seele benedeiet

Magnifikat – Meine Seele, immer wähle

Magnifikat – Mit Dank und Jubeltönen

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Lieder zum Fest des unbefleckten Herzens Mariä

Am Tag nach dem Hochfest des heiligsten Herzens Jesu feiern wir den Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariä. Wie bereits bei der Maiandacht wird hier nicht ein konkretes biblisches oder lebensgeschichtliches Ereignis gefeiert. Dennoch wird das Herz Mariens im Evangelium häufiger genannt als jedes einzelne Ereignis ihres Lebens. So hören wir in der Weihnachtsgeschichte: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lukas 2,19) und bei der Wiederauffindung Jesu im Tempel: „Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.“ (Lukas 2,51). An der bekanntesten Stelle allerdings, die die Ikonographie des Herzens Mariens wohl am stärksten beeinflußt hat, nämlich in der Weissagung Simeons bei der Darstellung Jesu im Tempel, ist nicht vom Herzen, sondern von der Seele Marias die Rede, durch die ein Schwert dringen werde. Da allerdings die Seele unkörperlich ist und deshalb nur schwer bildlich dargestellt werden kann, sehen wir Maria als Schmerzensmutter oft mit dem Schwert in der Brust und zwar regelmäßig auf der linken Seite, also dort, wo das Herz ist. Manchmal schneidet das Schwert sogar mitten durch das vor der Brust dargestellte Herz.

Damit korrespondiert es besonders mit dem von einer Lanze durchbohrten Herzen Jesu, auch wenn der Evangelist (Johannes 19,34) nur von der Seite Jesu spricht, in die der Soldat die Lanze stieß. Auch über diese äußerliche Gemeinsamkeit hinaus besteht natürlich die innigste Verbindung zwischen dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä, denn wenn schon die Gemeinde der Gläubigen nach dem Zeugnis des Lukas ein Herz und eine Seele war (Apostelgeschichte 4,32), wieviel mehr dann Maria und ihr göttlicher Sohn, den sie neun Monate lang unter dem Herzen trug? Im Hohelied, das in der kirchlichen Tradition ganz besonders auf Christus und Maria bezogen wird und dem einst etliche liturgische Texte wie die Antiphonen im Commune der Marienfeste oder die Lesung zum Fest der Heimsuchung entnommen wurden und auf das eine Reihe von Ehrentiteln Marias in der Lauretanischen Litanei zurückgeht, spricht der Geliebte: „Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz.“ (Hohelied 8,6) Ein Siegel prägt einem weichen und somit formbaren Material wie Wachs oder Blei seine Form ein, formt es also ganz nach sich selbst. Marias Herz, da von keiner Sünde verhärtet, war besonders bildsam und leicht nach dem Herzen Jesu zu formen und da nach den Worten Jesu „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ (Lukas 6,45) das Herz die Quelle der Taten und besonders der Tugenden eines Menschen ist, besingen die Herz-Mariä-Lieder gerne auch Marias Tugenden.

Herz Mariä – Herz Mariä, du gebildet aus dem reinsten Fleisch und Blut

Herz Mariä – Herz Mariä, heil’ges, reines

Herz Mariä – Herz Mariä, sieh, mit Tränen

Herz Mariä – Herz Mariä, süßes reines

Herz Mariä – Herz Mariä, voll der Liebe (Borromäusschwestern)

Herz Mariä – Herz Mariä, voll der Liebe (Engelsharfe)

Herz Mariä – Herz Mariä, voller Liebe

Herz Mariä – Herz, so reich wie lichtes Gold

Herz Mariä – Im Leid und Kampf des Lebens

Herz Mariä – Laßt eure Stimm‘ erklingen

Herz Mariä – Mariä gold’nes Herze

Herz Mariä – Mariä Herz, dich grüß ich Gnadenthron

Herz Mariä – Mariä Herz, voll Freud‘ und Schmerz

Herz Mariä – Maria voll Gnaden, dein Herz ich verehr‘ (Maien-Blüthen)

Herz Mariä – Maria voll Gnaden, dein Herz ich verehr‘ (Untermarchtal)

Herz Mariä – Maria, Himmelskönigin

Herz Mariä – Maria, sieh, wir weihen die Herzen dir alleine (Liederrosenkranz)

Herz Mariä – Maria, sieh, wir weihen die Herzen dir alleine (Untermarchtal)

Herz Mariä – Mutter Gottes, voll Erbarmen

Herz Mariä – O Herz Mariä, fleckenlos

Herz Mariä – O Herz, o du betrübtes Herz, ein Meer von Bitterkeit und Schmerz

Herz Mariä – O Herz, o du betrübtes Herz, wie groß, wie groß

Herz Mariä – O Maria, dir zu Füßen

Herz Mariä – O Mutterherz, in Freud‘ und Schmerz

Herz Mariä – O unbefleckt empfangnes Herz (Herold)

Herz Mariä – O unbefleckt empfangnes Herz (Untermarchtal)

Herz Mariä – Pforte des Himmels, Herz voll Erbarmen

Herz Mariä – Sei gegrüßet, voll der Gnaden

Herz Mariä – Zum Herzen Jesu fliehe

Anmerkung: Einige dieser Lieder, die wir ohne Melodien vorgefunden haben, haben wir mit eigenen Melodien versehen. Diese dürfen gerne zur Ehre Gottes kostenfrei verwendet und gesungen werden, aber bitte nicht mit einem anderen, weltlichen oder unkatholischen, Text unterlegt werden.

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