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Nach dem Marienmonat Mai, in dem die allerseligste Jungfrau mit Maiandachten geehrt wird, ist der Rosenkranzmonat Oktober der zweite ihr geweihte Monat, in dem vor allem das Gebet des Rosenkranzes gepflegt werden soll, zu welchem allein der unmittelbare Namensvorgänger unseres derzeitigen Heiligen Vaters, Papst Leo XIII., über ein Dutzend Enzykliken verfaßt hat. Die Wurzeln dieses Gebetes sind freilich weitaus älter, ja in Teilen sogar älter als das Christentum, denn es besteht hauptsächlich aus den Worten des Ave Maria, die bereits der Erzengel Gabriel bei der Verkündigung an Maria und die heilige Elisabeth bei der Heimsuchung Mariä gesprochen haben. Doch auch die Praxis, eine bestimmte Anzahl von Gebeten zu sprechen und sie durch Perlen, Körner oder Steinchen zu zählen, geht schon auf die Antike zurück. So pflegte der heilige Paulus von Pherme, einer der ägyptischen Wüstenväter, jeden Tag dreihundert Steinchen aufzusammeln und danach bei jedem der dreihundert Gebete, die sein tägliches Gebetspensum bildeten, ein Steinchen wegzuwerfen.
Schon bei den frühen Mönchen war es jedoch üblich, vor allem die Psalmen zu beten und zwar alle 150 an einem Tag statt wie später jahrhundertelang in einer Woche bzw. seit der Liturgiereform über einen Zeitraum von vier Wochen hinweg. Für gläubige Laien, denen die Zeit, ein Brevier, die Lesefähigkeit oder die Gedächtniskapazität zum Auswendiglernen der Psalmen fehlten, wurde der Rosenkranz mit 150 Ave Marias zum Ersatz für das Psalmengebet, weswegen eigentlich dieser heute sogenannte „Große Psalter“ das ursprünglichere Rosenkranzgebet war. Diese langen Rosenkranzketten mit 15 Gesätzen findet man heute meist nur noch an den Gürteln mancher Ordensleute (nicht bei uns, denn bei uns hat der Rosenkranz sechs Gesätze, weil das zusammen mit den drei Ave Marias in der Einleitung, die für die Erlangung der drei theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe gebetet werden, die Zahl 63 ergibt, was nach den der heiligen Birgitta zuteil gewordenen Offenbarungen der Zahl der Lebensjahre der Muttergottes entspricht, da diese 15 Jahre vor der Empfängnis ihres göttlichen Sohnes, während der 33 Jahre seines irdischen Lebens und 15 weitere Jahre nach seiner Himmelfahrt lebte), während sich landläufig die Version mit fünf Gesätzen durchgesetzt hat. Noch vor kaum mehr als hundert Jahren bezeichnete Unsere Liebe Frau von Fatima das Beten von 50 Ave Marias allerdings als „ein Drittel“ des Rosenkranzes.
Die allerseligste Jungfrau hat den Gläubigen das Beten des Rosenkranzes auch nicht erst seit ihren Erscheinungen in Fatima, wo sie es als Mittel zur Erlangung des Friedens für die Welt empfahl, ans Herz gelegt, sondern schon dem heiligen Dominikus gab sie den Rosenkranz als Waffe im Kampf gegen die Irrlehren und für die Bekehrung und Rettung der Seelen. Seither haben unzählige Diener Gottes und der Kirche ihm empfohlen, wie zum Beispiel der heilige Pater Pio von Pietrelcina, der ihn als Waffe gegen die Übel unserer Zeit bezeichnete. Vor allem Exorzisten berichten von seiner großen Macht gegen das Böse und Erfolge wie der des Rosenkranzsühnekreuzzugs von Pater Petrus Pavliček, mit dem Österreich schon 1955 von kommunistischer Besatzung befreit werden konnte, belegen dies eindrucksvoll.
Dieser großen Wirksamkeit gegen jede Art von Gefahren, die die Christenheit bedrohen, verdanken wir schließlich auch das heutige Fest, denn wie das Fest Mariä Namen nach der Rettung Wiens am 12. September 1683, so fand auch das Fest der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz nach durch das Rosenkranzgebet ganzer Völker herbeigeflehten großen Erfolgen bei der Abwehr der Türkengefahr Eingang in den liturgischen Kalender. Es wurde nach der Schlacht bei Lepanto unter Führung von Don Juan de Austria am 7. Oktober 1571 von Papst Gregor XIII. zunächst für alle Kirchen, in denen sich ein Rosenkranzaltar befand, eingeführt und nach der Schlacht bei Peterwardein unter dem Befehl von Prinz Eugen von Savoyen am 5. August (also am Fest Mariä Schnee) 1716 von Papst Clemens XI. auf die ganze Kirche ausgedehnt. Wegen des Sieges in der Seeschlacht von Lepanto findet sich bisweilen auch der Titel „Unsere Liebe Frau vom Sieg“ sowohl als Name des Festes als auch als Anrufung Marias.
Weitaus verbreiteter sind aber die Bezeichnungen „Rosenkranzfest“ und „Königin des heiligen Rosenkranzes“, die auch in die Lauretanische Litanei aufgenommen wurde, oder kurz „Rosenkranzkönigin“. Über den Bezug der Muttergottes zur Rose haben wir in den Liedern zur Maiandacht bereits geschrieben, so daß es nahelag, nachdem die Gebetsschnur für die Zählung der Gebete allein schon durch ihre Form an einen Kranz erinnert, von einem Rosenkranz zu sprechen. Die einzelnen Perlen bzw. Gebete werden dabei im übertragenen Sinn als Blumen verstanden, die Maria überreicht werden, um sie zu ehren und zu erfreuen. Weil es im klassischen Rosenkranz die freudreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse gibt, werden diesen verschiedene Farben zugeordnet, nämlich weiß, was zugleich die liturgische Farbe für Weihnachten und für Marienfeste ist, dem freudreichen Rosenkranz, rot, was zugleich die liturgische Farbe vor allem für Feste ist, die mit dem Leiden in Verbindung stehen, wie etwa alle Märtyrerfeste, aber auch die Herrenfeste Palmsonntag, Karfreitag, Kostbares Blut und Kreuzerhöhung, dem schmerzhaften Rosenkranz und gold/gelb, was vor allem an Ostern als Variante der liturgische Farbe weiß zum Einsatz kommt, für die glorreichen Geheimnisse. In manchen der folgenden Lieder steht allerdings die Farbe (himmel)blau für die glorreichen Geheimnisse, die an Marienfesten die liturgische Farbe weiß vertreten darf. Das häufigere ist jedoch die Farbtrias weiß – rot – goldgelb, die auch in Darstellungen Marias als Rosa mystica mit drei Rosen in den genannten Farben an ihrer Brust begegnet.
Rosenkranz – Auf, auf, Gott und Mariä singt
Rosenkranz – Auf, ihr Christen allzumal
Rosenkranz – Der gold’ne Rosenkranz, besetzt mit Perlen ganz
Rosenkranz – Der güld’ne Rosenkranz, geziert mit Perlen ganz
Rosenkranz – Der heiligsten Dreieinigkeit
Rosenkranz – Der Rosenkranz von Gold
Rosenkranz – Ehr‘ sei dem Vater und dem Sohn
Rosenkranz – Es glänzet kein Licht im Sternensaal
Rosenkranz – Es glänzt ein Licht im Sternensaal
Rosenkranz – Es glänzt kein Licht im Sternensaal
Rosenkranz – Ich weiß ein schön’s Lustgärtelein
Rosenkranz – Kommt heran von nah und ferne
Rosenkranz – Kommt, ihr Christen, allzumal
Rosenkranz – Laßt uns besingen heute
Rosenkranz – Litanei von den fünfzehn Geheimnissen
Rosenkranz – Maria, deren Liebe
Rosenkranz – Nimm hin, o Jungfrau hochgeehrt
Rosenkranz – Rosenkranzkönigin, Jungfrau der Gnade
Rosenkranz – Sei gegrüßt, o Gnadensonne

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Genau eine Woche nach dem freudvollen Fest Mariä Geburt feiern wir das Gedächtnis der Schmerzen Mariä, welches uns daran erinnert, daß das Leben der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter trotz der vielen freudigen Ereignisse, die wir in all den anderen Marienfesten begehen, auch großes Leid und Schmerz kannte, obwohl sie, da sie niemals nur die kleinste Sünde beging, nichts davon verdiente und dessen auch nicht nach der Lebensweisheit, wonach Not beten lehrt, bedurfte. Wie aber ihr Sohn freiwillig das Erlöserleiden auf sich nahm, so nahm auch Maria freiwillig in aller Demut und Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes an diesem Leiden teil und dies in einer Intensität, daß sie bereits seit dem Mittelalter bisweilen auch als „Miterlöserin“ bezeichnet wird. Dies ist freilich keinesfalls in dem Sinne zu verstehen, daß ihr göttlicher Sohn uns nicht auch allein hätte erlösen können und tatsächlich erlöst hat. Auch die Erbsünde wäre ja auch dann über uns alle gekommen, wenn nur einer unserer Stammeltern im Paradies gesündigt hätte. Da aber sowohl der alte Adam als auch die erste Eva durch ihre Sünde das Unheil über uns alle gebracht haben, war es angemessen, daß zusammen mit dem neuen Adam (also Christus, vergleiche 1. Korintherbrief 15,22.45) auch die neue Eva (als die Maria gilt, wie wir bereits bei den Liedern zur Maiandacht erwähnt haben) durch ihr freiwilliges Leiden dafür Sühne leistet und uns das Heil bringt.
Maria wurde zwar ebenfalls durch Christi Leiden erlöst, da ihr der besondere Gnadenvorzug der unbefleckten Empfängnis im Hinblick auf seine künftigen Verdienste am Kreuz gewährt wurde, aber sie hat, da sie Gottes Gebote niemals auch nur im geringsten übertreten hat, durch keinerlei eigene Sünde zu seinen Leiden beigetragen, ganz anders als wir. Das sollten wir uns vor Augen halten, wenn wir daran denken, daß es gerade unter dem Kreuz war, wo Maria, als der Heiland ihr seinen Lieblingsjünger als Sohn anvertraute, auch unsere Mutter wurde: Sie nahm uns gerade in dem Augenblick, in dem sie sehen mußte, welch gräßliches Leid wir durch unsere Sünden, für die er zu Tode gefoltert wurde, ihrem einzigen, innigst geliebten Sohn zufügten, dennoch voller Liebe als ihre Kinder an. Es wird insofern auch davon gesprochen, daß Maria, die ihren leiblichen Sohn einst ohne Schmerzen geboren hatte, weil der auf Eva liegende Fluch, unter Schmerzen gebären zu müssen, sie wegen ihrer unbefleckten Empfängnis nicht treffen konnte, uns als ihre geistlichen Kinder unter umso größeren Schmerzen geboren hat.
Als Schmerzensmutter unter dem Kreuz wird Maria von den Gläubigen vor allem in eigenem Leid angerufen, weil sie selbst diese Erfahrung des Leids gemacht hat und insofern gerade den Leidenden besonders nahe ist. Bevor die Liturgiereform die beiden Feste zusammenlegte, gab es noch ein weiteres Fest, das den Namen „Mariä Mitleiden“ trug und am Freitag vor dem Karfreitag, der darum auch als „Schmerzensfreitag“ bezeichnet wurde, gefeiert wurde. Dieser Tag hat, abgesehen von der generellen Bedeutung von Mariä Schmerzen für den Birgittenorden, die wir hier bereits einmal erwähnt hatten, gerade für unser Kloster noch eine weitere Bedeutung dadurch erlangt, daß am Schmerzensfreitag des Jahres 1842, damals ein 18. März, unser Kloster Altomünster 39 Jahre nach der Auflösung der Säkularisation wiedereröffnet werden durfte. Das Leiden Marias unter dem Kreuz war nämlich ein reines Mitleiden, da ihr selbst kein körperliches Leid zugefügt wurde, sondern ihr Schmerz ausschließlich seelischer Art war, dabei aber ein solches Ausmaß erreichte, daß er, wie wir bereits bei den Liedern zum Fest Mariä Himmelfahrt erwähnt haben, sämtliche Todesschmerzen umfaßte. Dieses Mitleiden Marias gilt ausweislich der Festliturgie, in welcher der Ruf vor dem Evangelium „Halleluja. Halleluja. Selig bist du, Jungfrau Maria! Ohne den Tod zu erleiden, hast du die Palme des Martyriums verdient unter dem Kreuz des Herrn. Halleluja.“ lautet, als ein unblutiges Martyrium und Maria trägt unter anderem deswegen auch den Titel „Königin der Märtyrer“.
Bei der Kreuzigung Jesu erfüllte sich die Weissagungen Simeons bei der Darstellung des Herrn im Tempel, daß ihr ein Schwert durch die Seele dringen werde, was, wie wir bereits bei den Liedern zum Fest des unbefleckten Herzens Mariä kurz angerissen haben, in der Regel als Schwert durch ihr Herz dargestellt wird, oft aber auch als sieben Schwerter, weil insgesamt sieben Schmerzen Mariens verehrt werden. In den folgenden Liedern ist daher teilweise auch von einem „siebenfachen Schwert“ die Rede.
Mariä Schmerzen – Als blutend unsers Heiles Quelle
Mariä Schmerzen – Als Jesus sich zum Opfer gab
Mariä Schmerzen – Am Kreuze als Verbrecher
Mariä Schmerzen – Betrübte Jungfrau, ach, was mußt
Mariä Schmerzen – Blickt, Sünder, hin auf jenes Bild
Mariä Schmerzen – Das bittre Leiden fängt jetzt an
Mariä Schmerzen – Dort, als die Jungfrau Gott gebar
Mariä Schmerzen – Du hattest keinen Schmerz gefühlet
Mariä Schmerzen – Du, Mutter, stehst am Kreuz und flehst
Mariä Schmerzen – Flieh, schwarze Nacht, vom Firmament
Mariä Schmerzen – Himmelsfürstin, sei gegrüßet
Mariä Schmerzen – Ihr, die ihr an mir, der in Qualen Versenkten
Mariä Schmerzen – In wie bittern Qualen zittern
Mariä Schmerzen – Maria ging mit Schmerzen
Mariä Schmerzen – Maria, Maria, ach weh, das höchste Gut
Mariä Schmerzen – Mit was Trauern und Bedauern (Engelsharfe)
Mariä Schmerzen – Mit was Trauern und Bedauern (fränkisch)
Mariä Schmerzen – Mit was Trauern und Bedauern (Pörtner)
Mariä Schmerzen – Mit was Trauern und Bedauern (Sankt Gallen)
Mariä Schmerzen – Mutter der Schmerzen, Mutter der Liebe
Mariä Schmerzen – O Gott der höchsten Gütigkeit
Mariä Schmerzen – O Herz, o du betrübtes Herz
Mariä Schmerzen – O Herz, o tiefbetrübtes Herz
Mariä Schmerzen – O höchste Gnadenfrau
Mariä Schmerzen – O Jesus, welche Qual
Mariä Schmerzen – O Jungfrau, welche Tränenflut
Mariä Schmerzen – O Jungfrau, welcher Tränenbach
Mariä Schmerzen – O Maria voll der Schmerzen
Mariä Schmerzen – O Mutter Gottes, hochgeliebt
Mariä Schmerzen – O Mutter, o du tiefbetrübte
Mariä Schmerzen – O Mutter, voll der Schmerzen
Mariä Schmerzen – O wer kann die Tränen fassen
Mariä Schmerzen – Schmerzenreiche, tränenreiche
Mariä Schmerzen – Seht, die Sonne, wenn sie scheidet
Mariä Schmerzen – Sei gegrüßet, voller Schmerzen
Mariä Schmerzen – Sie ruht am Fuß des Kreuzes
Mariä Schmerzen – Sünder, komm und schau die Schmerzen
Mariä Schmerzen – Töchter Sions, kommt und weinet (Engelsharfe)
Mariä Schmerzen – Töchter Sions, kommt und weinet (Ratibor)
Mariä Schmerzen – Töchter Sions, kommt und weinet (Untermarchthal)
Mariä Schmerzen – Träge Christen, brecht den Schlummer
Mariä Schmerzen – Tränen fließet und ergießet
Mariä Schmerzen – Was hast du im Herzen
Mariä Schmerzen – Welch ein Trauern und Bedauern
Mariä Schmerzen – Welch ein Trauern, welch Bedauern
Mariä Schmerzen – Welche schauervolle Trauer
Mariä Schmerzen – Welche Ström‘ sah man dich weinen
Mariä Schmerzen – Wer kann deine bittren Zähren
Mariä Schmerzen – Wer soll sein so hart von Herzen (Bone)
Mariä Schmerzen – Wer soll sein so hart von Herzen (Eichsfeld)

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