Lieder zum Fest des unbefleckten Herzens Mariä

Am Tag nach dem Hochfest des heiligsten Herzens Jesu feiern wir den Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariä. Wie bereits bei der Maiandacht wird hier nicht ein konkretes biblisches oder lebensgeschichtliches Ereignis gefeiert. Dennoch wird das Herz Mariens im Evangelium häufiger genannt als jedes einzelne Ereignis ihres Lebens. So hören wir in der Weihnachtsgeschichte: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lukas 2,19) und bei der Wiederauffindung Jesu im Tempel: „Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.“ (Lukas 2,51). An der bekanntesten Stelle allerdings, die die Ikonographie des Herzens Mariens wohl am stärksten beeinflußt hat, nämlich in der Weissagung Simeons bei der Darstellung Jesu im Tempel, ist nicht vom Herzen, sondern von der Seele Marias die Rede, durch die ein Schwert dringen werde. Da allerdings die Seele unkörperlich ist und deshalb nur schwer bildlich dargestellt werden kann, sehen wir Maria als Schmerzensmutter oft mit dem Schwert in der Brust und zwar regelmäßig auf der linken Seite, also dort, wo das Herz ist. Manchmal schneidet das Schwert sogar mitten durch das vor der Brust dargestellte Herz.

Damit korrespondiert es besonders mit dem von einer Lanze durchbohrten Herzen Jesu, auch wenn der Evangelist (Johannes 19,34) nur von der Seite Jesu spricht, in die der Soldat die Lanze stieß. Auch über diese äußerliche Gemeinsamkeit hinaus besteht natürlich die innigste Verbindung zwischen dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä, denn wenn schon die Gemeinde der Gläubigen nach dem Zeugnis des Lukas ein Herz und eine Seele war (Apostelgeschichte 4,32), wieviel mehr dann Maria und ihr göttlicher Sohn, den sie neun Monate lang unter dem Herzen trug? Im Hohelied, das in der kirchlichen Tradition ganz besonders auf Christus und Maria bezogen wird und dem einst etliche liturgische Texte wie die Antiphonen im Commune der Marienfeste oder die Lesung zum Fest der Heimsuchung entnommen wurden und auf das eine Reihe von Ehrentiteln Marias in der Lauretanischen Litanei zurückgeht, spricht der Geliebte: „Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz.“ (Hohelied 8,6) Ein Siegel prägt einem weichen und somit formbaren Material wie Wachs oder Blei seine Form ein, formt es also ganz nach sich selbst. Marias Herz, da von keiner Sünde verhärtet, war besonders bildsam und leicht nach dem Herzen Jesu zu formen und da nach den Worten Jesu „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ (Lukas 6,45) das Herz die Quelle der Taten und besonders der Tugenden eines Menschen ist, besingen die Herz-Mariä-Lieder gerne auch Marias Tugenden.

Herz Mariä – Herz Mariä, du gebildet aus dem reinsten Fleisch und Blut

Herz Mariä – Herz Mariä, heil’ges, reines

Herz Mariä – Herz Mariä, sieh, mit Tränen

Herz Mariä – Herz Mariä, süßes reines

Herz Mariä – Herz Mariä, voll der Liebe (Borromäusschwestern)

Herz Mariä – Herz Mariä, voll der Liebe (Engelsharfe)

Herz Mariä – Herz Mariä, voller Liebe

Herz Mariä – Herz, so reich wie lichtes Gold

Herz Mariä – Im Leid und Kampf des Lebens

Herz Mariä – Laßt eure Stimm‘ erklingen

Herz Mariä – Mariä gold’nes Herze

Herz Mariä – Mariä Herz, dich grüß ich Gnadenthron

Herz Mariä – Mariä Herz, voll Freud‘ und Schmerz

Herz Mariä – Maria voll Gnaden, dein Herz ich verehr‘ (Maien-Blüthen)

Herz Mariä – Maria voll Gnaden, dein Herz ich verehr‘ (Untermarchtal)

Herz Mariä – Maria, Himmelskönigin

Herz Mariä – Maria, sieh, wir weihen die Herzen dir alleine (Liederrosenkranz)

Herz Mariä – Maria, sieh, wir weihen die Herzen dir alleine (Untermarchtal)

Herz Mariä – Mutter Gottes, voll Erbarmen

Herz Mariä – O Herz Mariä, fleckenlos

Herz Mariä – O Herz, o du betrübtes Herz, ein Meer von Bitterkeit und Schmerz

Herz Mariä – O Herz, o du betrübtes Herz, wie groß, wie groß

Herz Mariä – O Maria, dir zu Füßen

Herz Mariä – O Mutterherz, in Freud‘ und Schmerz

Herz Mariä – O unbefleckt empfangnes Herz (Herold)

Herz Mariä – O unbefleckt empfangnes Herz (Untermarchtal)

Herz Mariä – Pforte des Himmels, Herz voll Erbarmen

Herz Mariä – Sei gegrüßet, voll der Gnaden

Herz Mariä – Zum Herzen Jesu fliehe

Anmerkung: Einige dieser Lieder, die wir ohne Melodien vorgefunden haben, haben wir mit eigenen Melodien versehen. Diese dürfen gerne zur Ehre Gottes kostenfrei verwendet und gesungen werden, aber bitte nicht mit einem anderen, weltlichen oder unkatholischen, Text unterlegt werden.

Weiterlesen

Lieder zur Maiandacht

Bei der Maiandacht handelt es sich zwar nicht um ein Marienfest des offiziellen liturgischen Kalenders und sie kam auch erst relativ spät auf und bezieht sich nicht auf ein konkretes Ereignis im Leben Mariens oder in der Heilsgeschichte, in der sie eine so große Rolle spielte, aber nicht umsonst erfreuen sich Maiandachten beim gläubigen Volk einer so großen Beliebtheit, denn wenn wir ein wenig darüber nachdenken, finden wir zahlreiche Bezüge zwischen diesem Frühlingsmonat und dem Wesen Marias.

Der Mai ist ja eine Zeit des Neubeginns. Mit dem Einzug des Vollfrühlings ist der Winter endgültig überwunden und das Leben kehrt zurück. Auch mit Maria begann eine neue Zeit, denn sie ist die neue Eva, die Mutter des Lebens, und vor allem die Mutter Christi, der durch sein Erlösungswerk die Erneuerung des Menschen bewirkt und aus dessen Mund Johannes die Worte vernahm „Seht, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5). Wie der Mai uns nach dem oft so regnerischen, trüben oder wechselhaften April die Sonne mit all ihrem Licht und ihrer Wärme zurückbringt, so bringt uns Maria ihren Sohn Jesus, die „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3,20). Vor allem aber ist der Mai eine Zeit der Blumen und Blüten und damit der keuschen Fruchtbarkeit. Wir haben bereits bei den Liedern zu Mariä Verkündigung gesehen, daß die Empfängnis des Gottessohnes im reinsten Schoß Mariä mit dem Herabkommen von Tau auf Blumen verglichen wird. Hier können wir diesen Gedanken weiterspinnen, denn wie Maria ohne alle fleischliche Begierde ihren Sohn empfangen hat, so empfangen ja auch die Blüten, die jetzt an allen Bäumen prangen, ohne Fleischeslust ihre Frucht. Blicken wir weiter in die Heilige Schrift, so finden wir dort einen ganzen Kosmos an Bildern vom Grünen, Blühen und Fruchtbringen, die wir alle auch auf Maria anwenden können. So lobt Psalm 1 denjenigen, „der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht,“ und sagt über ihn: „Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken.“ Auf wen träfe das mehr zu als auf Maria, die Mutter vom guten Rat, von der uns Lukas wiederholt berichtet, daß sie alle Worte, die über ihren Sohn gesagt wurden, in ihrem Herzen bewahrte und darüber nachsann, und deren Seligpreisung durch eine Frau aus der Menge der Herr selbst mit den Worten bestätigte: „Ja, selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lukas 11,28; Evangelium aus der Muttergottesmesse am Samstag)? Und wer wäre der gute Baum, der gute Früchte hervorbringt (Matthäus 7,16ff), wenn nicht Maria, die – neben all den Früchten ihrer guten Werke – Jesus, die gebenedeite Frucht ihres Leibes, hervorgebracht hat?

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Viele Maiandachten haben einen eucharistischen Teil, sind mit einer Anbetung Jesu im allerheiligsten Sakrament des Altares verbunden. Er – sein Fleisch, das er aus dem Leib der allerseligsten Jungfrau Maria angenommen hat – ist das Brot des Lebens. Daher ist es nur folgerichtig, daß es im Mai (nämlich am 13. Tag dieses Monats) auch ein Fest Unserer Lieben Frau vom Allerheiligsten Sakrament gibt. Und weil das Brotgetreide auf den Feldern wächst, die gerade jetzt im Mai kräftig sprießen, wird Maria schon seit der Zeit der Kirchenväter als „Acker Gottes“ bezeichnet und zwar als der gute Acker ohne Dornen und Disteln, die auf den irdischen Äckern nach dem Sündenfall wachsen (siehe Genesis 3,18), weil sie eben frei von der Erbsünde ist. Ferner ist Christus der neue Adam und da der erste Adam aus Erde vom Ackerboden gebildet wurde, kann Maria, aus deren Leib der neue Adam gebildet wurde, in allegorischem Sinn ebenfalls als Ackerboden bezeichnet werden. Einige Mailieder bitten sie darum auch um ein gutes Gedeihen der Feldfrüchte.

Weiterlesen